Wiedehopf

Der Wiedehopf ist schon seit einigen Jahren wieder in Kraichtal heimisch, aber erst 2019 konnte erstmals eine Brut in einem Kirschbaum dokumentiert werden.  Jedes Jahr ab April waren die Vogelfreunde in Kraichtal auf den skurrilen Zeitgenossen mit dem krummen Schnabel, der Haube auf dem Kopf und dem markanten hup-hup-hup "Gesang".

 

Ich persönlich habe immer ein wenig Herzklopfen wenn ich ihn zum ersten mal sehe und verfolge dann über den Sommer gespannt ob hoffentlich alles gut geht mit der Brut.

 

Mit nur ca. 300 bis 500 Brutpaaren zählt der Wiedehopf zu den seltensten Brutvögeln Deutschlands. Er gilt als gefährdet und ist darum eine besonders streng geschützte Art.

 

Besondere Kennzeichen des Wiedehopfes sind sein langer, dünner, gebogener Schnabel und die aufrichtbare Federhaube. Das Körpergefieder des kurzbeinigen Vogels ist hell orange-bräunlich, Schwingen und Schwanz sind kontrastreich schwarz-weiß gebändert.

 

Das Beutespektrum des Wiedehopfes umfasst vor allem (Maulwurfs-)Grillen, Käfer und Engerlinge sowie größere Schmetterlingsraupen. Er erbeutet aber auch Spinnen, Asseln, Hundert- und Tausendfüßler, Regenwürmer und Schnecken. Gelegentlich zählen kleine Wirbeltiere wie Eidechsen zu seiner Nahrung.

 

Der Wiedehopf bevorzugt als Bruthabitat offene Landschaften warmtrockener Klimate mit kurzer, schütterer Pflanzendecke zur Bodenjagd. Geeignete Bruthöhlen wie in älteren, ausgefaulten Bäumen dürfen ebenfalls nicht fehlen. Auch Nisthilfen an geeigneten Stellen werden vom Wiedehopf angenommen.

 

Neben klimatischen Faktoren wie feuchtkühler Witterung macht dem Wiedehopf vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft mit ihren unterschiedlichen Folgen zu schaffen. Hoher Pestizideinsatz und der Verlust von extensiv genutzten Wiesen und Weiden, die in Ackerland umgewandelt werden, zählen zu den wesentlichen Gefährdungsfaktoren. Geeignete Bruthöhlen gehen durch das Entfernen von nicht mehr ertragsreichen Obstbäumen oder von Feldgehölzen regelmäßig verloren, außerdem durch Sanierungsmaßnahmen älterer Gebäude (Scheunen, Ställe) und Gemäuer.

 

Wie können wir dem Wiedehopf helfen: Zum Schutz des Wiedehopfes sind verbliebene Streuostbestände sowie Feldgehölze mit Bruthöhlen langfristig zu erhalten. Nisthilfen werden an geeigneten Orten gerne angenommen und haben lokale Vorkommen bereits sehr positiv beeinflussen können.
Im Zuge einer Extensivierung der Landwirtschaft sind reich strukturierte Wiesengebiete und Brachflächen zu fördern und zu erhalten. Der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sollte in Brutgebieten des Wiedehopfes deutlich eingeschränkt werden, um ein ausreichendes Nahrungsangebot sicherzustellen.

 

Mit Fragen zum Wiedehopf können Sie sich gerne an mich wenden: Kontakt walter@wunderbares-kraichtal.de